1970 bis 1980

Langsam beginnt die Musikschule sich auf moderne Zeiten einzustellen. Die Jugend, die schon seit der Nachkriegszeit Jazzmusik, Rock und Pop liebte, hat nun die Gelegenheit, Instrumente der Jazzmusik, wie Saxophon und Schlagzeug zu erlernen und später dann ihr Können in der Bigband zu beweisen. Die Bigband wird 1978 von Werner Gissing gegründet. Das erste Bigbandkonzert fand am 22. Juni 1979 in der Aula der Hauptschule statt.

Die zweite große Erneuerung war die Gründung des Instituts für zeitgenössische und experimentelle Musik. In Anwesenheit des damaligen Ministers für Unterricht und Kunst Fred Sinowatz wurde das Institut am 22. April 1978 eröffnet.

Ein erstes Seminar für Musiklehrer, Chor- und Orchesterleiter fand statt. Man analysierte gemeinsam graphische Partituren, unterhielt sich über die Möglichkeiten der vokalen und instrumentalen Interpretation zeitgenössischer Musik und entwarf letztlich eigene Partituren, die zum Seminarabschluss mit Spannung uraufgeführt werden.

Ein auserlesenes Dozententeam (Bernard van Beurden, Anestis Logothetis, Hermann Markus Pressl, Margerite Bienert) bot eine Palette exemplarischer Beispiele. Als Krönung fanden zwei Konzerte, genannt „Familienmusizieren“ mit Bernard van Beurden, statt.

Die 8. Klasse des BG Weiz besuchte die Musikschule hospitierend und Kulturreferent Richard Kratochwill und Bürgermeister Ing. Willibald Krenn schenkten dem Institut ihre gebührende Aufmerksamkeit.

Viele Komponisten und Interpreten aus dem In-und Ausland haben dadurch bemerkenswerte Konzerte in Weiz gegeben. Improvisation war wieder möglich, sowohl in der zeitgenössischen Musik als auch in der Jazzmusik.

Im Jahr 1974 erhielt Franz Bratl, der Direktor der Musikschule, den Titel Professor verliehen. Im Jahr 1978 kam es auch zur Eröffnung der dislozierten Klassen in Heilbrunn und Gasen, die mit Begeisterung angenommen wurden. Zehn Jahre später folgte Puch bei Weiz. Im Jahr 1979 ging Direktor Bratl in Pension und Gottlieb Schnedl folgte als Leiter der Musikschule, die er drei Jahre betreute.

Durch die akut gewordene Raumnot begann man schon 1972 an eine Erweiterung der Musikschule zu denken, die aber erst 1977 realisiert werde konnte. Sie umfasste einen großen Proberaum und einige Klassenzimmer.
Nicht genug loben kann man die Möglichkeit, dass Schüler in Ensembles spielen konnten und so für ihren späteren Beruf gut ausgebildet wurden: Es gab das Musikschulorchester, die Big Band, einen Bläserkreis, ein Akkordeon- und Schlagzeugensemble, sowie einen Blockflöten-Chor.
Die jüngste Formation war das Jugendorchester. Die Anzahl der Schüler stieg inzwischen von 225 auf 560.
Neben dem Direktor unterrichten 14 Musiklehrer und zwar:
Melitta Berghofer, Walter Bigler, Hubert Bratl, Peter Bratl, Johann Buchberger, Werner Gissing, Elisabeth Groß, Edda König, Margarete Kratochwill, Barbara Lipnik, Gernot Mastalier, Auguste Pock, Renate Rosenfelder, Dir. Gottlieb Schnedl und Franz Zugmeister.